Fremde
Heimat, datiert 5.10.1993 und als Einschreiben an seinen Empfänger
verschickt, ist „Ein Buch für ein Bild; für einen
Soldaten, für einen Krieger, der als Hirte gezeugt wurde, der
in uns allen lebt, und stirbt, wenn er mutwillig getötet wird.“
Anlass für dieses Buch ist der Einsatz deutscher Soldaten in
Somalia; es geht also vordergründig zunächst einmal um
ein politisches Problem. Im Gegensatz zu Bauchbeben dominieren Bilder
in stillen Pastellfarben, welche die Kräfte der geschlechtlichen
Zeugung, die emotionale Bindung an die Mutter, den Menschen als
Hüter des Geschaffenen, aber auch das Machtprinzip und die
Kraft der Vernichtung, Verletzungen thematisieren. Dies anzusprechen,
ist eigentliches Anliegen des Künstlers. „Was angesichts
des Todes wesentlich bleibt ist existierend getan, was hinfällig
wird ist bloßes Dasein“.
(…)Die Absurdität der Worte gerinnt in Wort und Bild
zum Dokument der Inhumanität eines jeden bewaffneten Konflikts.